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Wahres ist selten schön


Schon seit Stunden versuche ich auf der Laufbahn des Sportplatzes, meine Gedanken zu sortieren. Die Ereignisse der letzten Tage waren verwirrend und dazu kamen die Gerüchte über Vampire. Was soll ich tun?

Ein vom Dienst suspendierter Hauptkommissar des BKA, der durch falsche Anschuldigungen in diese Situation gelangt ist und bei privaten Nachforschungen auf merkwürdige Ereignisse stieß. So jemand hat es schwer offene Ohren zu finden. Na ja, ein Ohr habe ich gefunden, vor zwei Tagen hat mir diese alte Frau, auf offener Straße, einen hölzernen Pflock mit merkwürdigen Symbolen überreicht. Sie meinte ich wäre der Jäger und wüsste was zu tun sei.

Erschöpft und im Kopf etwas klarer freute ich mich auf eine belebende Dusche, denn heute Nacht werde ich auf die Jagd gehen, egal wie verrückt es sich anhört.

Meine Vorbereitungen waren schnell abgeschlossen, einen nichtssagenden Anzug ohne Krawatte, den Pflock in der rechten Innentasche, einen Colt Diamondback im Gürtelholster samt Munition.

Kann mir jemand sagen, wie man damit gegen Vampire ankommt?

Meine Spuren führen mich in eine windige Gegend, neue Bürohäuser schmiegen sich an alte Lager und Abbruchgrundstücke. Dort soll es einen geben, den man als letztes mit den Falcons reden gesehen hat, ein paar berüchtigte Autoschieber, die auf einmal von der Bildfläche verschwunden sind.

Hier auf diesem verlassenen Schrottplatz soll er sich aufhalten, einige Ratten huschen vor mir über den Weg. Wo ist er?

Um mich besser zu fühlen nehme ich den schweren Revolver in die Hand, wenn mein Vorgesetzter das wüsste, hätte er einen Grund mich zu feuern. Warum beschäftigen mich jetzt diese Gedanken, weil ich mit meiner privaten Waffe herumlaufe, was gegen alle Gesetze ist?
Ein klarer Kopf, ein klarer Kopf.

Ich wirble herum, die Mündung der Waffe ist auf einen Stapel alter Metallplatten gerichtet, dort war etwas, ich sah es aus dem Augenwinkel, war dort die alte Dame? Nein, ich suche einen Obdachlosen in alten und dreckigen Kleidern.

Ein junger Mann mit einer Maschinenpistole im Anschlag rennt um die Ecke eines Haufens alter Feuerschutztüren, noch bevor er einen ersten Feuerstoß abgeben kann, speit meine Waffe Feuer und Verderben. Die Einschläge der Kugeln reißen den Jungen von den Beinen und die Spielzeugwaffe fällt auf den Boden.

Eine Spielzeugwaffe?

Nein!

Ich lege mein Jackett auf die Wunden und versuche die Blutung zu stoppen. Kein Puls, keine Atmung.

Wie gelernt beginne ich mit der Wiederbelebung, verdammt, wo ist mein Handy, im Jackett. Fiebrig durchsuchen meine Hände die Taschen des Jacketts.

Kein Handy.......... kein Pflock.

Langsam drehe ich den Kopf zum Gesicht des Jungen, ich sehe etwas und ich weiß, dass der bittere Geschmack in meinem Mund nicht meine Galle ist, sondern von dem schrecklich entstellten Körper vor mir.

Einige Sekunden gelähmt vor Schreck und Schock, greift das Ding, fast wie in Zeitlupe, nach meiner Kehle und hebt die andere vor mein Gesicht.

In ihr hält er mein Handy und den Pflock.

"Wasch schollte misch dafoohn aphaltänn Disch zu ttöttän" zischt es aus der Öffnung, die einmal ein Mund gewesen sein sollte.

Noch einen fruchtigen Geschmack im Mund mache ich mich auf den Heimweg und ich weiß, dass ich bald wieder hierher kommen werde.

Genauso wie ich bald wieder meine Arbeit aufnehmen kann, er wird sich darum kümmern, er hat es mir versprochen.

Als ich mich umdrehe um mich zu vergewissern, dass es wahr ist, steht dort die alte Dame und winkt mir zu.

Den Pflock hat mein Herr mir gelassen.