Zuflucht
Chronik
Organisation
Präludium
Hammonia
Charaktere
Gästebuch
Links
F. A. Q.
Impressum
Shop!
Schatten in der Nacht


Wer diesen Schatten sieht, dort auf dem Dach, glaubt nur eine kleine verirrte Wolke zu sehen, die einen nahenden Nebel ankündigt. Niemand würde darauf kommen, dass er in der Stadt ist und sich so ungemerkt dem Ort der Versammlung nähert.
Dort auf dem Hinterhof stehen die ersten, schwere Waffen unter ihren Mänteln und Jacken verborgen. Sie schauen nicht nach oben. Der Nebel ruht nun an einem Ort und nimmt die Gestalt eines Menschen an, doch ist er kein Mensch. Er ist ein Verfluchter, ein Kind der Nacht, ein Dämon, er ist ein Tier.

Das Tier.

Er wittert einen Hauch von Furcht von den Gewappneten unter ihm. Und dann sieht er warum, aus einem gerade vorgefahrenen Wagen steigt es aus, die Herrschende. Nicht Ehre oder Respekt herrscht hier, sondern die Furcht. Er trauert der Zeit nach, wo es anders war, doch diese Zeit ist vergangen. Sie fühlen sich sicher und niemand sieht, die dort sind nachlässig, gerade diese Jungen können sich das nicht erlauben. Denn sie sollten wissen, es gibt sie also gibt es auch andere, die ihres Blutes neiden.

Er ist nicht allein.
Ein anderer ist erschienen und doch im Schatten.
Ein anderer, ein Freund und doch Feind.
Dieser ist so, wie er wünscht zu sein und doch nie werden kann, da die seinen dann untergehen.
"Es ist wieder einer in der Stadt, werden sie diesmal mit ihm fertig?"
Spricht die Stimme aus dem Dunkel.
"Nein mein Freund, sie bekämpfen sich gegenseitig und würden ihn nicht sehen. Noch ist es an mir sie zu beschützen."
Seine Stimme zittert und mit der rechten Hand drückt er seinen Säbel näher an seinen Körper, als könne der kalte Stahl ihm Wärme geben.
Die Stimme des Schattens spricht:
"Dein Mitgefühl. Deine größte Stärke wird einmal dein Untergang sein."

Er ist wieder allein und wappnet sich für das, was kommen wird. Er lässt dem Tier in ihm mehr Raum.

Hätten die dort im Innenhof jetzt einen Augenblick nach oben geschaut, hätten sie hinter den runden Gläsern seiner Sonnenbrille, das rote Leuchten seiner Augen gesehen.

Wenn er nicht genau wüsste, dass es Nacht ist, würde er denken, dass die Sonne auf seine Haut scheinen würde. Doch es ist nicht die Sonne, es ist das Licht der Straße, so hell wie der Tag sind die Lichter der sündigen Meile. Er sucht jemanden, sie könnte der Gruppe gefährlich werden und so wurde er geschickt, um sie zu beseitigen.
Ohne dass er es bemerkt, sucht ein Augenpaar aus den Schatten nach ihm.
Augen die Sehen, was normale Augen eines Menschen nicht sehen.

Ein alter Hund huscht zwischen den fahrenden Autos über die Straße.
Unter der Jacke verbirgt sich eine Waffe, eine Waffe, der sie nichts entgegensetzen kann. Sie ist mächtig, das Rückrat der Herrscherin, er will der Herrschaft das Rückgrat brechen.
Der alte Hund folgt der Spur.
Er ist am Ziel, das Gebäude ist alt, laute Musik dröhnt aus dem Inneren und erfüllt die Straße mit einem bizarren Tonwirrwarr.
Der Hund bleibt stehen, wartet ab.
Ungehindert geht er an den Menschen vorbei in das Dunkel und die Musik wird unsäglich laut. Er sucht sie, die mit dem blauen Blut des Adels, mit dem Titel der Bestie der Märchen.
Ein Kellerfenster steht offen, der Hund schlüpft hinein.
Sie steht dort mit dem roten Kleid auf der Empore, nichts ahnend das Leid in ihrem Rücken. Sie sieht einen Hund und wundert sich, dieser Köter scheint sie direkt anzusehen. Wie auf Kommando scheint er sich umzudrehen und zu gehen.
Sie folgt dem Hund auf die Straße neben dem alten Gebäude, die Musik ist hier kaum zu hören.
Der Hund ist nicht mehr zu sehen.
Er ist auch da, seine Hand hält den gefürchteten Gegenstand zum Schlag erhoben.
Angst in Ihren Augen, das Ende kommen sehend.
Ein Geräusch zerschneidet die Luft, wie das Blitzen einer Reflektion.
Ein schon toter Körper fällt zu Boden und Blut tropft von Fingern.
Niemand wird fragen, wer der Tote ist, Wind verweht den Staub.

Sie dankt leise und irgendwo läuft ein alter, einsamer Hund über die Straßen.